Interview mit BBH-Partner Counsel Daniela Rückert über die Freude an der Leitung von Konzessionsverfahren und wie man Veränderungen in Stadtwerken begleitet.

Konzessionsverfahren sind lang und anspruchsvoll – rechtlich, energiewirtschaftlich, strategisch, emotional. Wer sie erfolgreich begleitet, braucht nicht nur Fachwissen und Erfahrung in der Leitung langfristiger Projekte, sondern auch Fingerspitzengefühl im Rahmen von Veränderungen. Daniela Rückert kennt beides: Nach Führungspositionen in Stadtwerken wechselte sie vor vier Jahren in die Unternehmensberatung der BBH-Gruppe. Dort leitet sie als Partner Counsel ein Expert:innenteam, das von der energiewirtschaftlichen Seite Konzessionsverfahren begleitet – und baut zugleich ein neues Geschäftsfeld auf: Organisationsentwicklung und Veränderungsmanagement. Im Interview spricht sie über ihre Highlights bei BBH, die Dynamik im Konzessionsmanagement und darüber, wie man Veränderungen so gestaltet, dass alle positiv mitarbeiten.

Frau Rückert, vier Jahre als Beraterin in der BBH-Gruppe – Zeit für ein kleines Resümee: Was waren Ihre Highlights?

Ich arbeite nun seit 25 Jahren in der kommunalen Energiewirtschaft und vertrete unsere Stadtwerkewelt mit viel Engagement. Meine eigene Veränderung von der Unternehmensseite zur Beraterseite hat dazu geführt, dass sich meinen Wirkungskreis räumlich deutlich vergrößert hat. Es macht mir viel Spaß, meine Expertise bei der Leitung der Konzessionsverfahren für Strom und Gas wirkungsvoll und breit einsetzen zu können. Die zweite Perspektive ist die Entwicklung und Ausbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Teams, die gemeinsam die Konzessionsprojekte bearbeiten. Deren Entwicklung im Laufe der Projekte zu beobachten, erfüllt mich mit Freude. Ebenso interessant sind die unterschiedlichen Perspektiven in den Projekten: die Kombination der rechtlichen Perspektive über die Anwaltskollegen mit der energiewirtschaftlichen Perspektive führt zu einem ganzheitlich optimierten Gesamtergebnis. 

Als Resümee kann ich daher sagen, dass ich in den letzten Jahren spannende Projekte mit kompetenten Kollegen für großartige Mandanten begleiten durfte. 

Von leitenden Positionen bei Energieversorgungsunternehmen zur Unternehmensberatung bei BBH. Was hat Sie dazu bewogen? Gab es einen Schlüsselmoment?

Die Entscheidung basierte vor allem auf privaten Umständen. Durch die große Flexibilität der Arbeitsmöglichkeiten innerhalb der BBH-Gruppe konnte ich beides gut miteinander kombinieren.

Sie beraten Energieversorgungsunternehmen vor allem bei Konzessionsverfahren, aber auch bei anderen umfangreichen Projekten. Wie sind die Aufgaben und Verantwortlichkeiten in Ihrem Team verteilt und arbeiten Sie mit anderen Fachbereichen bei BBH zusammen?

Mein Team und ich arbeiten sowohl mit den zuständigen juristischen Teams, als auch mit anderen energiewirtschaftlichen Experten der BBH-Gruppe zusammen. Die Aufgabenverteilung im Projekt erfolgt klassischerweise zu Beginn der Arbeit. Durch den stetigen Austausch während des Projekts verändern wir die Aufgabenzuschnitte, immer mit dem Ziel des bestmöglichen Ergebnisses für unseren Stadtwerke-Kunden. Wir arbeiten mit dem klassischen Projektmanagement kombiniert mit agilen Komponenten. 

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter meines Teams entwickeln wir so, dass diese in der Perspektive alle Aufgaben in einem Projekt übernehmen können. 

Was macht Ihre Arbeit so komplex?

Die Komplexität der Projekte ergibt sich aus den verschiedenen fachlichen Perspektiven. Ebenso führt die Länge der Projekte von oft mehr als einem Jahr zu der Herausforderung, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Stadtwerks neben ihren operativen Themen passend in die Bearbeitung zu integrieren. Wir unterstützen bei der Entwicklung künftiger Versorgungsstrategien, bei der Optimierung in der Aufbau- und Ablauforganisation sowie der Einführung neuer Produkte, Prozesse und Managementsysteme und versetzen unsere Stadtwerke-Kunden in die Lage, auch zukünftig allen Herausforderungen gerecht zu werden. Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung verfügen wir über ein breites Portfolio und das Wissen, welche Methodik zum Ziel führt. Und können so die Komplexität managen. 

Nur wenn die betreffenden Teams am Prozess beteiligt sind, können Organisationsentwicklung und die Begleitung von Veränderungen im Unternehmen erfolgreich sein. Was ist Ihr Rezept? Wie gelingt es, dass sich alle einbringen und begeistert mitziehen?

Die Entwicklung der Organisation von Stadtwerken und die Begleitung von Veränderungen führen nur dann zu einem nachhaltigen Erfolg, wenn alle Beteiligten möglichst von Anfang an kollaborativ eingebunden werden. Es geht darum, ein positives Interesse an einer veränderten Zukunft zu wecken und die Begeisterung dafür zu schaffen, diese aktiv mitzugestalten. In erster Linie zählt die Haltung, mit der wir gemeinsam mit den Stadtwerken an die Projekte herangehen, und die Sichtbarkeit der Chancen. Die erste Aufgabe besteht daher darin, eine offene und empathische Haltung für das Projekt zu entwickeln.

Haben Sie eine Empfehlung für junge Fachkräfte, die am Beginn ihrer Karriere stehen und ein spannendes, zukunftsfähiges Berufsfeld suchen?

Kommen Sie zur BBH-Gruppe!

Die Energieversorgung bietet eine unglaubliche Vielzahl spannender Aufgaben für Absolventen vieler Ausbildungsberufe. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit im täglichen Arbeiten ermöglicht es unseren Mitarbeitenden, ihre eigenen Interessen weiterzuentwickeln.

Wie begeistern Sie junge Leute für BBH?

Wir sind alle verschieden. Daher habe ich kein Patentrezept für Begeisterung. Ich kann neue Kolleginnen und Kollegen eine Entwicklungsrichtung geben und sie bestmöglich bei der Erledigung ihrer Aufgaben und vor allem aber beim Wachsen begleiten.

Gibt es etwas, bei dem Sie in der Freizeit Energie tanken und den Kopf frei bekommen?

Die Leitung von Projekten bedingt, dass es Phasen gibt, in denen Projekte viel Energie benötigen, um erfolgreich abgeschlossen zu werden. Das Auftanken nach einem Projekt ist absolut wesentlich. Für mich ist es, das Projekt zu rekapitulieren und vor allem aber den Projekterfolg gemeinsam zu feiern. 

Meine persönlichen „Ladestationen“ sind meine Familie, meine Freunde und die Natur. Ich bin dankbar, dass ich an einem Ort leben darf, der mir all dies unmittelbar bietet. Und ich bin dankbar für einen Job, der mir diese Kombination ermöglicht.

Vielen Dank für das Gespräch!