Der Verteilnetzbetrieb steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Elektrifizierung, erneuerbare Energien und flexible Verbraucher erhöhen die Dynamik und Komplexität im Netzbetrieb. Die für den BBH-Arbeitskreis AK REGTP erstellte Studie „Verteilnetzbetreiber 2045“ der BBH Consulting AG untersucht, wie Netzbetreiber darauf reagieren und wie der Verteilnetzbetrieb der Zukunft aussehen kann. 68 Vertreter von Verteilnetzbetreibern (VNB) wurden zu zentralen Herausforderungen und möglichen Lösungsansätzen befragt. Die Ergebnisse diskutierten BBH-Kolleg:innen mit Branchenexpert:innen und leiteten daraus Zielbilder für den Verteilnetzbetrieb 2045 ab.
Eine der zentralen Herausforderungen ist die Überwachung und Steuerung der Mittel- und Niederspannungsnetze. Dafür sind lokale Netzkenntnisse sowie ein stabiler, einfacher und praxistauglicher Regulierungsrahmen erforderlich, der langfristige Planungssicherheit und eine verlässliche Kostenanerkennung bietet. Eine hohe Datenqualität, leistungsfähige Schnittstellen und klare Verantwortlichkeiten bilden die Grundlage für digitale Zwillinge, KI-gestützte Prognosen und automatisierte Prozesse. Auf dieser Basis kann KI u. a. Prognosen präzisieren, Daten automatisiert plausibilisieren und Netzsituationen schneller bewerten. Die fachliche Prüfung und die Verantwortung der Mitarbeitenden bleiben dabei jedoch unverzichtbar.
Die Studie zeigt: Digitalisierung ist kein reines Technologieprojekt. Neben der technischen Infrastruktur sind die Integration digitaler Lösungen, klare Prozesse, IT-Sicherheit und qualifizierte Mitarbeitende ebenso entscheidend. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels in zentralen Bereichen des Netzbetriebs können insbesondere Kooperationen und gemeinsame Strukturen kleinere VNB dabei unterstützen, die steigenden Anforderungen zu bewältigen. Der Netzbetrieb findet jedoch weiterhin zu wesentlichen Teilen vor Ort statt.
„Der Verteilnetzbetrieb 2045 wird nur dann sicher und leistungsfähig sein, wenn Netze nicht nur ausgebaut, sondern zugleich digital sichtbar, aktiv steuerbar und resilient organisiert werden. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Technologie, Fachkompetenz und verlässlichen Rahmenbedingungen.“, betont Peter Bergmann, Vorstand der BBH Consulting AG und BBH-Partner.
„Die Studie bestätigt einmal mehr die weiterhin wachsende Bedeutung der Verteilnetzbetreiber. Sie sind nicht nur ein verlässliches Rückgrat unserer modernen Gesellschaft, sondern auch unverzichtbar für das Gelingen der Energie- und Wärmewende sowie für notwendige Klimaanpassungen. Daseinsvorsorge der Zukunft verlangt moderne Akteure insbesondere von Ort. Mit einem Wort: Stadtwerke!“, sagt Prof. Dr. Christian Theobald, BBH-Partner und Ansprechpartner des AK REGTP.
Die BBH-Gruppe gehört mit ihren über 1.000 Mitarbeitenden, über 7.000 Mandantinnen und Kunden und 7 Standorten zu den führenden Anbieterinnen von Beratungsdienstleistungen für Energie- und Infrastrukturunternehmen und deren Kundschaft. Den Kern der Mandantschaft bilden zahlreiche Energie- und Versorgungsunternehmen, vor allem Stadtwerke, Kommunen und Gebietskörperschaften, Industrieunternehmen sowie internationale Konzerne. Diese und viele Unternehmen und Institutionen aus anderen Bereichen unterstützt die BBH-Gruppe rechtlich, betriebswirtschaftlich und strategisch.
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